Am Nachmittag lebte der Ostwind wieder auf . Er trocknete mich recht schnell aus. Bei 35 Grad im Schatten hatte ich heute hohen Wasserbedarf. In Vesoul hielt ich Mittagspause und verschlang ein ganzes Baguette. Da waren schon über 100 Kilometer gefahren. Im Rathaus wurde geheiratet, eine schräg gekleidete Gruppe Frauen auf Junggesellinenabschied wollte mir mit Nuckeln geschmückte Kondome andrehen. Ich behauptete, dass ich leider nichts annehmen könne, da ich ja mit dem Rad unterwegs sei. Sie ließen von mir ab.



Auf dem letzten Wegabschnitt nach Ronchamps verhedderte ich mich in den Wäldern. Eine Brücke war gesperrt, ich musste einen Umweg fahren. Mein Wasser war wieder alle. Da tauchte am Wegesrand eine Tränke mit fließendem frischen Wasser auf. Ich grüßte den Nachbarn, der mich sah und fragte nach Wasser. Er meinte, die Tränke sei schon trinkbar, auch wenn etwas anderes beschildert sei. Herrlich, frisches kaltes Wasser aus den Bergen!
Der restliche Weg zu meiner Herberge war beschwerlich, bergauf, bergab und über buckeligen Belag zu fahren. Ich hatte keine Lust mehr und war froh, unweit der berühmten Kapelle von Le Corbusier einkehren zu können.























